Titel verteidigt

Den Saisonauftakt verpatzt, den Start ins entscheidende Spiel ebenso, doch am Ende jubelt Kaufering – die zweite Mannschaft der Red Hocks hat Nervenstärke bewiesen und ist Regionalligameister. (Foto: Red Hocks)

Den Saisonauftakt verpatzt, den Start ins entscheidende Spiel ebenso, doch am Ende jubelt Kaufering – die zweite Mannschaft der Red Hocks hat Nervenstärke bewiesen und ist Regionalligameister. (Foto: Red Hocks)

Zweite der Red Hocks ist Regionalligameister  

Kaufering – Lange war das Rennen völlig offen – nun aber ist klar: Alter und neuer Champion der floorballshop.com Regionalliga Bayern ist die zweite Mannschaft der Red Hocks. In Regensburg gelang am Sonntag beim vorletzten Spieltag der entscheidende Sieg über die Reserve des FBC München.

Knapp 40 Sekunden sind  noch auf der Uhr, als sein Team den Ball erobert. Der Spieler mit der Nummer 77 startet, schließt ab, trifft – das Spiel ist auf den Kopf gestellt, wenig später bringt die Schlusssirene die Entscheidung.

Ein echtes Finale um den Thron hat die floorballshop.com Regionalliga erlebt. Die Vorzeichen: Bei einem Münchener Sieg wäre den Landeshauptstädter der Titel nicht mehr zu nehmen. Im Falle eines Kauferinger Erfolgs wären die Red Hocks selber sowie, erledigte eigene Aufgaben vorausgesetzt, auch die SG Amendingen/Puchheim wieder im Rennen.

Dass Platz eins nur über sie zu vergeben sein würde, machten die Münchener von Beginn an klar. Ein Doppelschlag durch Justus Lerchl (11.) und Dennis Häbel (12.) sowie Kai Finkenwirth (17.) brachten eine 3:0-Führung ein. Diese sei verdient gewesen, findet FBC-Coach Sören Krieger, „wir haben ein gutes Spiel gemacht“.

Das habe in den ersten 20 Minuten für sein Team keineswegs gegolten, räumt Kauferings Routinier Justus Wende ein. „Wir hatten Probleme in die Partie zu kommen.“ Aus einer stabilen Defensive heraus und mit viel Ballbesitz das Geschehen zu prägen habe zunächst überhaupt nicht funktioniert.

Wie würde es also nach der Rückkehr aus den Kabinen weitergehen? Münchener Start-Ziel-Sieg? Kauferinger Comeback?

„Moral und Kampfgeist waren heute entscheidend, wir haben als Team funktioniert“, fasst Wende zusammen. Darüber hinaus seien seine Kauferinger geduldig geblieben im Vertrauen darauf, dass sich noch ausreichend Chancen bieten würden. Und diese kamen. „Im zweiten Drittel waren wir zu passiv“, sah FBC-Coach Krieger den anfänglichen Schwung abflauen. 

Die Red Hocks erarbeiteten sich nun zwingendere Druckphasen. Tom Zöllner (23.) und Lukas Trieb (34.) stellten den Anschluss her. Doch obwohl eigene Abschlüsse nun Mangelware waren, blieb der FBC stets auf Augenhöhe. Eine Unterzahl direkt nach dem 3:2 verteidigten die Landeshauptstädter erfolgreich weg.

Als Imo Ziemendorf (41.) dann zu Beginn des Schlussdurchgangs zum 4:2 traf, schien München wieder in der Spur. Marco Tobisch (48.) verkürzte wieder, dennoch blieb der FBC dem Titelgewinn lange näher. „Immer an den Sieg zu glauben, clever zu spielen, obwohl wir bis lange hinten lagen“, das habe seine Kauferinger Mannschaft an diesem Tag aber ausgezeichnet, so Verteidiger Wende. 

„In wenigen Momenten waren wir zu sorglos“, bedauert Krieger, „einer Mannschaft wie Kaufering darf man das nicht zugestehen“. So auch in der 54. Minute: Durch einen Treffer Finn Webers glichen die Red Hocks zum ersten Mal aus. 

Dann begann jene Schlussminute, die die Partie und – wie sich später herausstellte – das Titelrennen entschied. „Wir hatten in der letzten Spielminute das Quäntchen mehr Glück, einen Konter zum Torerfolg zu bringen“, schildert Wende, nachdem Lukas Trieb das 5:4 für die Red Hocks erzielte. Anerkennung gehe an die Münchener: „Das war ein super Spiel auf Augenhöhe, das super ausgeglichen war.“ In letzter Konsequenz sei es eine unglückliche Niederlage, so FBC-Coach Krieger. „Wir gratulieren Kaufering zur Meisterschaft.“ Denn: Weil die SG Amendingen/Puchheim ihrerseits dem SV Nordheim unterlag, war das Titelrennen entschieden.

Für die zweite Mannschaft der Red Hocks geht es am Samstag mit dem letzten Ligaspiel der Saison gegen die SG Amendingen/Puchheim weiter. Am Wochenende darauf wartet dann schon die süddeutsche Meisterschaft auf das Team des Trainerduos Tom Richardon und Lukas Wexenberger. „Hoffentlich können wir auch diesen Titel verteidigen“, blickt Wende auf das Saisonhighlight, das heuer in München stattfindet.