
Die zweite Mannschaft der Red Hocks Kaufering ist Meister der süddeutschen Regionalligen. Im Halbfinale wurde Calw, im Endspiel dann Konstanz bezwungen.
(Foto: Red Hocks)
Red Hocks 2 gewinnen im Duell der Regionalligen
Kaufering – Den Red Hocks Kaufering 2 ist die Titelverteidigung geglückt: Bei der süddeutschen Meisterschaft der jeweils zwei besten bayerischen und baden-württembergischen Regionalligateams setzten sich die Lechfloorballer im Halbfinale mit 4:2 gegen die TSV Calw Lions durch, um tags darauf auch die Neuauflage des letztjährigen Endspiels gegen die PTSV United Lakers Konstanz mit 6:4 für sich zu entscheiden.
Die Offensive des bayerischen Meisters in den letzten 35 Minuten einer Partie komplett torlos zu halten, das ist den Lions des TSV im Halbfinale Calw gelungen. „Es war ein packender Kampf, wir spielten mit vollem Einsatz“, schildert ihr Spielertrainer Marcel Volz. Doch ging das zulasten der eigenen Durchschlagskraft. Chancen seien zwar zahlreich da gewesen, so Volz, doch „leider fehlte uns die nötige Effizienz“.
Das Kauferinger 4:1, das Tom Zöllner (9.), Elias Ostermair (17.), Lukas Wexenberger (20.) und Justus Wende (26.) herausgeschossen hatten, geriet so nicht mehr in allergrößte Gefahr. Lediglich Philipp Kügelchen, der zwischenzeitlich auch zum 1:1 ausgeglichen hatte (13.), traf noch zum 4:2-Endstand (29.).
„Wir haben uns erst einmal etwas herantasten müssen“, kommentiert Kauferings Verteidiger Jonas Rubenwolf. Nach dem Auftakttreffer sei es dann immer besser gelungen, mit den beiden fast perfekt aufeinander abgestimmten ersten Reihen zum eigenen Spiel zu finden. Dass es dennoch mit einem knappen Zwischenstand in die Schlussphase ging, habe freilich für einen heißen Endspurt gesorgt. Doch auch als Calw den Torwart zugunsten eines weiteren Angreifers vom Feld nahm, habe sich seine Mannschaft als gut eingespieltes Kollektiv erwiesen, so Rubenwolf: „Das war der Schlüssel zum Erfolg.“
Spannende Schlussminuten
Was sich im Halbfinale gegen München bewährt hat, kann gegen Kaufering nicht verkehrt sein – mit dieser Herangehensweise gegen einen Gegner, auf dessen Seite man erneut spielerische Vorteile wusste, sei man auch in die Partie gegen die Red Hocks gegangen, so die Konstanzer Spielertrainer Janik Loosli und Felix Kinder. Das hieß: Abgeklärte zweikampflastige Zweikampfführung hinten, gnadenlose Effizienz vorne. Im Kräftemessen zweier taktisch guter Regionalligamannschaften, das sich daraufhin entwickelte, verbuchten aber zunächst die Lechfloorballer erste Erfolgserlebnisse. Finn Weber (4.) legte früh per Schuss aus dem Halbfeld vor, Lukas Trieb (14.) baute den Vorsprung aus.
Im zweiten Drittel wäre die Führung aber beinahe ins Wanken geraten, nachdem Bastian Braun verkürzte (22.) und die Red Hocks sich auch noch einer Unterzahl zu erwehren hatten (29.). Doch die Formation hielt und Rubenwolf (38.) stellte den alten Abstand wieder her.
In den Anfangsminuten des Schlussdrittels sieht das Konstanzer Spielertrainerduo einen ersten Wendepunkt: Eine noch aus dem zweiten Drittel fortgeführte Überzahl nutzte Zöllner (41.) zugunsten der Red Hocks, 21 Sekunden später legte Dominik Fellner (42.) nach. Die Kauferinger ihrerseits überstanden eine weitere Strafe unbeschadet, dann aber wurde es doch noch äußerst knifflig. „Konstanz hat seine Auszeit genommen und ist aus dieser sehr stark zurückgekommen“, schildert Trieb.
Rund zwei Minuten später legte Christian Gabele mit dem 2:5 den Grundstein für die Schlussoffensive seiner United Lakers (56.). Nur 13 Sekunden später waren die Herausforderer vom Bodensee durch Jonas Pärssinen dran. „Wir haben Moral gezeigt“, loben die Spielertrainer Loosli und Kinder. Bitter, dass direkt danach eine Strafe gegen Kinder (56.) diese Druckphase abflauen ließ – „die war strittig“, finden die beiden Oberlakers.
Weil die Red Hocks diese Gelegenheit nicht nutzten, blieb die Spannung hoch. Erneut vollzählig traf Konstanz allerdings erst 16 Sekunden vor der Schlusssirene wieder durch Gabele. Mit einem Schuss ins leere Tore sorgte Trieb für Klarheit. „Konstanz hat das Spiel nochmal spannend gemacht, wir haben aber gut dagegen gehalten und uns den Titel gesichert“, freut sich der Schütze des 4:6-Endstands. Nach einem schwierigen Saisonstart sei es den Red Hocks gelungen, rechtzeitig zu ihrer Bestform zurückzufinden – die Titelverteidigung sei die Bestätigung dafür. „Das war ein brutal geiler Kampf und hinten raus nochmal richtig spannend", so Kauferings Kapitän Marco Tobisch.